Espressokanne – elektrisch & aus Edelstahl für Induktion

Die Espressokanne – typisch Italien! Wer sie sieht, muss gleich an Italien denken, so typisch ist sie für das Land, wo fast in jedem Haushalt ein solches Gerät steht.

espressokanneDabei täuscht die Bezeichnung, denn Ergebnis der Prozedur ist nicht Espresso, sondern Kaffee, und zwar ohne die Espresso „Crema“, den feinen Schaum, der typischerweise einen Espresso krönt!

In einer solchen Kanne entsteht höchstens ein Wasserdruck von ca. 1,5 Bar.  Für echten Espresso wird aber ein Brühdruck von 9 Bar benötigt.

Folglich nennen die Italiener das Getränk, das mit der dort „Caffettiera“ genannten Espressokanne erzeugt wird, „Caffe“. Diesen trinken Italiener zu Hause. Wenn sie Espresso trinken möchten, gehen sie aus in eine Espresso-Bar, wo dann das Getränk aus einer elektrischen Espressomaschine kommt.

Espressokanne – der Klassiker

Vorläufer der typischen achteckigen Form, vom Italiener Alfonso Bialetti entwickelt, waren in der Vorkriegszeit „Caffettieras“ in Frankreich sowie Österreich und Ungarn, wo Kaffeegenuss und -herstellung schon früh perfektioniert wurden.

Heute ist die achteckige Form der „Caffettiera“ so charakteristisch, dass vielfach in Italien nur noch von einer „Bialetti“ gesprochen wird, wenn eine „Caffettiera“ gemeint ist.

Ursprünglich nur aus Aluminium gefertigt, gibt es heute eine größere Vielfalt an „Caffettieras“ aus Edelstahl mit verschiedensten Designs, hergestellt in unterschiedlichen Größen, die sich daran orientieren, wie viele 60 ml – Mokkatassen aus einer Kannencharge gefüllt werden können.

Bedienung Espresso Kanne

Vom Aufbau her besteht eine „Bialetti“ aus drei Hauptteilen. Unten der Wasserbehälter, auf den ein Sieb, mit Kaffeepulver gefüllt, aufgelegt wird, bevor das Oberteil, in dem sich der „Cafe“ nach dem Brühvorgang befindet, aufgeschraubt wird. Die Dichtigkeit für den Brühvorgang wird sichergestellt mit einem Dichtring zwischen dem Ober- und Unterteil der Espressokanne.

Stellt der Benutzer nun die Espressokanne auf eine Kochstelle, erhitzt sich das Wasser, Wasserdampf und siedendes Wasser werden durch den entstehenden Überdruck durch das Kaffeepulver im Sieb gedrückt und gelangen als aromatischer Kaffee durch ein Steigrohr ins mit einem Griff versehene Oberteil.

Die Kochstelle, die zum Aufbrühen gebraucht wird, ist dabei idealerweise eine elektrische Herdplatte, kann aber auch ein Gasherdfeld oder sogar ein offenes Feuer sein, wobei im letzteren Fall auf den Griff zu achten ist, der meist aus nicht Hitze beständigem Kunststoff gefertigt ist.

Wissen sollte der Benutzer, dass Aluminium-Kannen auf Induktionskochfeldern nicht funktionieren, da die Erhitzung bei diesen ein elektromagnetischer Vorgang ist und Aluminium kein ferromagnetisches Metall ist.

Dieses Problem gibt es allerdings bei einer „Caffettiera“ aus Edelstahl nicht. Das Unterteil einer „Bialetti“ hat ein Sicherheitsventil, das den Nutzer schützt, falls die Kanne verstopft sein sollte.

Espressokocher Test & Zubehör

Neuerdings bieten manche Hersteller als Weiterentwicklung einen sogenannten „Cremator“ oder ein „Cremaventil“ als Zubehör an. Dies ist ein Druckventil, das auf dem oberen Ende des Steigrohres zwischen Kaffeesieb und Oberteil sitzt.

espressokanne edelstahl im testEs hält das Wasser im Unterteil, auch Kessel genannt, zurück, bis ein Druck von ca. 6 Bar erreicht ist. Wird dann der Kaffee durch den „Cremator“ gedrückt, erhält er schon eine „Crema“, die die kaum existierende „Crema“ der Kannen ohne „Cremaventil“ bei weitem übertrifft.

Durch die Beeinflussung der Geschwindigkeit, mit der Wasser beim Brühvorgang durch das Kaffeepulver gedrückt wird, kann darüber hinaus auch auf das Aroma des Getränks eingewirkt werden.

Bei nicht vollständig gefülltem Siebeinsatz oder grobem Kaffeegranulat ist die Durchsetzungsgeschwindigkeit hoch, sodass der Kaffee wenig Aroma enthält. Ist das Kaffeepulver dagegen sehr fein gemahlen oder im Sieb zu stark angedrückt, verläuft der Durchsatz des Wassers durch das Sieb eher langsam, was zu bitterem oder verbrannt schmeckendem Kaffee führen kann.

Das einzige wirklich Verschleißteil der Espressokanne ist der Dichtring. Es muss gelegentlich gegen einen neuen Dichtring ausgetauscht werden. Ersatz-Dichtringe sind nicht allzu teuer. Doch aufgepasst, es gibt sie in verschiedenen Größen, da es die Espressokanne ja ebenfalls in verschiedenen Größen zu kaufen gibt.

Reinigung und Pflege

Die klassische Espressokanne ist einfach zu reinigen. Es ist ratsam, die Kanne nach dem Gebrauch erst abkühlen zu lassen. Dann kann sie problemlos aufgeschraubt werden und der gebrauchte Kaffeesatz im Siebeinsatz im Biomüll entsorgt werden. Dies sollte immer zeitnah geschehen, da der Kaffeesatz ansonsten zu schimmeln anfangen kann. Aluminiummodelle sollten nicht in die Spülmaschine gelegt werden. Eine Handreinigung ist einfach und schnell. Die Espressokanne sollte gelegentlich entkalkt werden. Dies kann mit einer Lösung aus Zitronensäure oder mit Essigessenz erfolgen. Anschließend sollte die Kanne gut ausgespült werden mit sauberem Wasser.

Fazit

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Espressokannen, aus nur 3 Hauptteilen bestehen und damit leicht zu reinigen, gegenüber elektrischen Espressomaschinen durchaus ihre Vorteile haben, wobei der Preisunterschied eklatant ist. Der Kaffee, der in einer Espressokanne gebrüht wird, schmeckt etwas voller als ein Kaffee aus einer French Press-Kanne.